Enter your keyword

Dieser österreichische Gartenblog beinhaltet Gartentipps für Blumen, Gemüse und Gärtnern im Topf, interessante Buchvorstellungen und Einblicke in Salzburgs unvergleichliche Natur.

Freitag, 12. Mai 2017

Buchtipp: Gartenpraxis im Klimawandel

Klimawandel - Verrücktes Wetter

Im BLV-Verlag gibt es heuer einen besonderen Schwerpunkt zum Thema Klimawandel. Das Buch "Gartenpraxis im Klimawandel" von Lars Weigelt befasst sich intensiv damit. Es wird schonungslos aufgezeigt, dass die Durchschnittstemperatur in den letzten Jahren gestiegen ist und wir im Allgemeinen vermehrt, für unser Empfinden, verrücktes Wetter haben. Lars Weigelt geht in seinem Buch von immer wärmeren Sommern, wenig Niederschlag, jedoch verbunden mit Starkregenereignissen, sowie frühen bzw. späten Frosteinbrüchen aus (siehe Bilder tiefer Winter Ende April). Ein Dilemma für jeden Gärtner. Laut dem Autor sollte man sich zudem von althergebrachten Wetterregeln schön langsam verabschieden - auf Marker wie Eisheilige, Schafskälte, usw. ist einfach kein Verlass mehr. Auch können sich aufgrund der sich ändernden klimatischen Bedingungen in Mitteleuropa vermehrt Neozoen und Neophythen etablieren, die das heimische Gleichgewicht von Fauna und Flora erheblich ins Wanken bringen. Auch die immer häufiger auftretenden Sturmwetterlagen versüßen uns nicht gerade das Gärtnern. Schlimme Aussichten? Keineswegs! Eine Herausforderung? Ja! Denn der Gärtner muss sein Tun stärker als jemals zuvor an die Natur anzupassen.

Gartenblog Topfgartenwelt Buchtipp Buchvorstellung Buchrezension: Gartenpraxis im Klimawandel von Lars Weigelt, verschneite Tulpen Ende April


Gartenpraxis im Klimawandel - das wird geboten

Neben der Darlegung des geschehenden Klimawandels versucht Lars Weigelt viele Tipps und Erfahrungen an den Leser weiterzugeben, wie man mit der neuen Situation umgehen sollte. So wird empfohlen im Falle eines Starkregen auf gute Drainage zu achten, damit Pflanzen nicht absaufen. Andererseits sollte aber auch bei Regen Wasser gesammelt werden, damit trockene Phasen überbrückt werden können. Auch auf die verschiedenen Bewässerungsmöglichkeiten wird hingewiesen. Bei vorhergesagtem Sturm sollten Gartenmöbel und Deko rechtzeitig in Sicherheit gebracht werden. Zudem sollten überwiegend an den Klimawandel angepasste Pflanzen im Garten gesetzt werden. Eine Auswahl an passenden Pflanzen findet sich ebenfalls im Buch Gartenpraxis im Klimawandel. Die empfohlenen Schönheiten werden in Kurzportraits allesamt näher beschrieben. Die Vorschläge erinnern stark an die Pflanzenauswahl im Zusammenhang mit dem New German Style als auch reine Prärie- und Kiesgärten: u.a. wird auf neue und alte Gartenstars wie Sonnenhut, Witwenblume, Sterndolde, Herbstanemonen und Schmetterlingsflieder hingewiesen. Die Pflanzenvorschläge sind stets nach dem bevorzugten Standort geordnet und umfassen auch Bäume, Gräser und Rosen. Lars Weigelt spornt den Leser auch aktiv dazu an neue Pflanzen auszuprobieren, denn immerhin wird seiner Ansicht nach die Palette an Exoten, die im Garten überleben kann, immer größer. Feigen, Marillen und Pfirsiche wachsen nahezu problemlos in immer nördlicheren Gefielden.

Der erste Buchteil (Gartenpraxis im Klimawandel) beinhaltet zudem fünf DIY-Projekte, um die Gartenpraxis besser dem Klimawandel anzupassen:

Gartenblog Topfgartenwelt Buchtipp Buchvorstellung Buchrezension: Gartenpraxis im Klimawandel von Lars Weigelt, erschienen im BLV-Verlag

- Gemüsehügel (eine wesentlich einfachere und günstigere Lösung zu einem Hochbeet)
- Kiesgärten - Gärtnern ohne Gießen
- Steppen- und Präriepflanzen
- Sickerzone - Weg mit dem Wasser
- Windschutz im Gemüsegarten

Gartenblog Topfgartenwelt Buchtipp Buchvorstellung Buchrezension: Gartenpraxis im Klimawandel von Lars Weigelt, Apfelblüten im Schnee Ende April

Gartenblog Topfgartenwelt Buchtipp Buchvorstellung Buchrezension: Gartenpraxis im Klimawandel von Lars Weigelt, die Tulpen haben den Wintereinbruch gut überstanden

Meine persönliche Erfahrung zum Klimawandel im Garten

Das letzte Jahr als auch die nunmehrige Gartensaison glänzten nicht unbedingt durch Trockenheit. In unserer Gegend gab es viel zu viel Regen. Die Vegetation soff im wahrsten Sinne des Wortes richtig ab. Aber auch das ist Klimawandel, auch wenn hier der Regen nicht in Form vom Starkregen auftritt. Ein Aspekt, der im Buch Gartenpraxis im Klimawandel noch mehr beachtet hätte werden sollen. Heuer ist es überhaupt sehr extrem, nach einem massiven Kälteeinbruch Ende April mit sehr viel Niederschlag, zeigt sich auch der Mai bislang eher von seiner nassen, kühlen Seite. Fruchtgemüse wie Tomaten und Paprika können selbst tagsüber nur bedingt zum Abhärten nach draußen. Stauden, die schon längst blühen müßten, treiben erst aus und stecken noch in den Kinderschuhen. Die Rosen, remontierend und blühend ab Mai, haben noch keine Knospen. Aber der Klimawandel zeigt sich wohl von Gebiet zu Gebiet anders, ein Umstand, der sich auch gut in Österreich beobachten lässt. Glaubt man dem 100-jährigen Kalender, wird auch 2017 eher bescheiden.

Gartenblog Topfgartenwelt Buchtipp Buchvorstellung Buchrezension: Gartenpraxis im Klimawandel von Lars Weigelt, Tulpen im Garten


"Gartenpraxis im Klimawandel", Lars Weigelt, BLV-Verlag, 143 Seiten, ISBN 978-3-8354-1634-5, € 20 (DE) / € 20,60 (AT).

Vielen herzlichen Dank für das Rezensionsexemplar.

Bis bald und baba
Kathrin

Kommentare:

  1. Hallo liebe Katrin,oh ja da hast du allerdings Recht. Nass ist es bei uns nicht aber jeden Tag morgens um die Minus 2 grad u täglich stürmischer Wind.klimawandel hmmm bei uns geht es wohl Richtung Eiszeit. Unser Mandelbaum steht völlig nackt da nicht ein einziges Blatt,keine Ahnung was das zu bedeuten hat. Die Rosen haben erst Mini Blätter von Knospen brauch i gar net reden usw...aber i hab jetzt die Gemüsepflanzen eingepflanzt mir ist das jetzt egal i bin es leid das ständige zudecken wegräumen undundund...wir können es eh nur nehmen wie es kommt :)
    Trotzdem vielen Dank für die Buchvorstellung.
    Herzlichst Anna

    AntwortenLöschen
  2. Liebe Kathrin,
    Danke für Deine ausführliche Buchvorstellung. Sehr angenehm für mich - so manches Buch läge wohl nicht unnütz hier, hättest Du es vorher besprochen. Der Garten im Klimawandel ist sicher ein interessantes Thema, aber ich glaube dieses Buch dazu sagt mir nichts Neues.
    Hingerissen bin ich von Deiner Tulpenkombination! Jede für sich genau die Farbe, die ich eigentlich wollte... Aber in der Mischung wirken sie noch viel besser. Weisst Du den Namen der ganz dunklen Sorte?
    Es ist wirklich traurig, dass der Frühling allgemein und bei Dir besonders so schleppend in Gang kommt. Trösten wir uns mit einem "Aufgeschoben ist nicht aufgehoben" und hoffen auf die kommende Zeit.
    Alles Liebe und ein hoffentlich akzeptables Wochenendwetter
    Renee

    AntwortenLöschen
  3. Hallo Kathrin,
    scheint ein interessantes Buch zu sein. Das Thema wird uns noch oft beschäftigen.
    LG Dagmar

    AntwortenLöschen
  4. Liebe Kathrin,
    im Sinne das Buches bin ich schon seit circa 3 Jahren unterwegs. Steppenbeet angelegt, dieses Jahr den Kiesgarten, Windschutz im Gemüsegarten ist vorhanden. Drainage brauchen wir hier höchstens entlang der Fahrstraße, unser Sandboden ist extrem durchlässig.
    Klimawandel bedeutet leider nicht vorhersehbare Ausnahmeerscheinungen, sei es Starkregen, fetter Hagel, Überschwemmungen, frühzeitiges Austreiben im März mit Todesurteil im April und Mai durch Spätfröste. Wir werden uns damit arrangieren müssen und anders gärtnern als zuvor. Vielen Dank für Deine Buchvorstellung, ich glaube, was darin enthalten ist, ist keine Neuheit für mich.
    Liebe Grüße
    Karen

    AntwortenLöschen
  5. Liebe Kathrin,
    danke für Deine sehr gute Buchvorstellung. Das Thema ist nicht mehr neu. Es ist schon bekannt, dass wir immer öfters mit extremen Wetterlagen konfrontieren werden. Das erleben wir schon heute. Wie Du schon schreibst, der Klimawandel zeigt sich wohl von Gebiet zu Gebiet anders. Wenn in meinem Garten eine Pflanze wegen des Wetters kaputt geht, überlege ich, ob ich eine gleiche nochmals pflanzen werde. Dafür brauche ich kein Buch. Erfahrungen, die ich mache, verändern auch meinen Garten. Wenn ich meinen Garten ganz von neuem anlegen würde, könnte das Buch nützlich sein.
    Liebe Grüße
    Loretta

    AntwortenLöschen
  6. Liebe Kathrin,
    das ist wirklich ein interessanter Buchtip. Aber, welche Pflanzen in einen Garten wachsen oder nicht, ist letztendlich die Kombination Bodenbeschaffenheit und Klima. In der Gegend, in der ich lebe, regnet es das Jahr über immer viel zu wenig. Mein Gartenboden ist sehr lehmig, d. h. im Sommer zeigt der Boden viele große Riße oder Spalten. Deshalb gibt's in meinen Garten kaum Gräser, der Inkarho-Rhododendron wurde in viel Rhodo-Erde an einem Miniteich gepflanzt, usw. Eigentlich müßte ich dann ständig gießen! Auch Ziersträucher, wie Flieder, kommen nur ganz langsam auf die Beine. Am besten gedeihen noch Rosen. Irgendwann wird mein Garten wahrscheinlich ein Rosengarten werden mit ein pasr robusten Stauden dazwischendrin.
    In dem Sinne kann ich mich nur meinen Vorrednerinnen anschließen: Gartenerfahrungen verändern den Garten.
    Liebe Grüße
    Sigrid

    AntwortenLöschen
  7. Liebe Katrin,
    deine Buchvorstellung ist sehr interessant:) Ja, das Thema ist uns sehr bekannt und macht uns zum schaffen. Dieses Jahr hat bei uns sehr oft geregnet dafür bin ich sehr dankbar:) man kann zuschauen wie alles im Garten wächst:) Im Sommer kann wieder so trocken sein dass man ständig gießen muss. Schon verrückt:(
    Danke für die Vorstellung Dir noch ein schönes WE.
    Ganz liebe Grüße
    Karina

    AntwortenLöschen
  8. Traurig, aber das und ähnliche Bücher werden wohl künftig große Bedeutung für uns alle haben. Gut, dass sich Gartenautoren jetzt damit auseinandersetzen. Ein toller Tipp!
    Liebe Grüße

    AntwortenLöschen
  9. Liebe Kathrin,
    das ist ein sehr interessant klingedes Buch, und da müssen wir uns sicher mehr oder weniger dran gewöhnen ... alles wird sich weiter verändern ...
    Gut, daß es Leute gibt, die sich , auch für uns, näher damit befassen!
    Ich wünsche Dir ein zauberhaftes Wochenende!
    ♥ Allerliebste Grüße,Claudia ♥

    AntwortenLöschen
  10. Hallo Kathrin,
    also, Sterndolde kommt bei mir gar nicht mit dem Klimawandel klar, sie hat in trockenen Sommern sehr zu leiden. Vielleicht käme sie bei dir besser klar, wenn es bei euch soviel regnet.
    VG
    Elke

    AntwortenLöschen
  11. DES IS sicha nit schlecht,,,
    über des THEMA..
    und in ZUKUNFT,,, wird des sicher immer häufiger sich stellen
    wegen dem KLIMAWANDL....

    hob no an feinen TOG
    bis bald de BIRGIT

    AntwortenLöschen
  12. die bauernregel "schafskäse" kannte ich noch nicht :-D
    hier im osten deutschlands ist es eher zu trocken, wobei wir lokal noch glück haben durch die wälder des elbsandsteingebirges. in den ebenen jammern die bauern. starkregen haben wir auch, das wasser läuft aber sehr schnell ab durch die steillagen und das poröse gestein bzw. den sandigen boden. jedenfalls bestätigt mich dein post darin, lieber robuste "halbwilde" arten zu pflanzen als empfindliche exoten.... und an jede dachrinne mind. 3 wassertonnen anzuschliessen.
    xxxx

    AntwortenLöschen
  13. Vielen Dank für die Buchvorstellung. Ich werde es mir angucken, denn der Klimawandel betrifft uns ja mehr und mehr. In unserem Garten ist sowieso ein etwas merkwürdiges Klima, er hat Hanglage, und unten sind Häuser. Die Kälte fließt den Berg hinunter und staut sich dann an den Häusern. Bei uns kommen die meisten Blumen viel später als woanderwergens.
    Grüßle
    Ursel

    AntwortenLöschen
  14. Vielen Dank, liebe Katrin, für die Vorstellung dieses interessanten Buches (und die schönen Fotos!!!). Ich mag Bücher, die sich kritisch mit einem Thema auseinandersetzen. Obschon... irgendwie hat das Wetter schon in meiner Kindheit "gesponnen", ich mag mich an wahnsinnig trockene Sommer erinnern, an Schnee im Juli, an schneelose Winter, an Eiszeitsituationen, an Flutregen... was mir auffällt, ist der wenige Schnee in den letzten Jahren. Auf jeden Fall kommt dieses Buch auf meine "Wunschliste" drauf.
    Ganz liebe Grüsse schickt Dir,
    Arletta

    AntwortenLöschen
  15. Hallo Katrin, Deinem Gartentipp bei der lieben Renee folgend bin ich nun hier gelandet und begeistert. Dazu trage ich mich bei Deiner Follower-Liste ein und freue mich über weitere Posts mit Buchvorstellungen, Tipps & Tricks für den Garten, den Balkon.

    Herzliche Grüßle vom Starnberger See, Heidrun

    AntwortenLöschen
  16. Liebe Kathrin,
    ja, die Auswirkungen des Klimawandels sind auch in unsrem Garten zu bemerken. Wobei ich mich immer hin- und hergerissen fühle – in heißen Sommerperioden denk ich mir, ich sollte wohl hauptsächlich auf „Südländer“ setzen, sprich auf Pflanzen, die Trockenheit gut aushalten, und dann kommt wieder eine Phase, wo ich froh bin über meine Hortensien & Co. Wahrscheinlich ist eine ausgewogene Mischung nicht das Schlechteste – mal kommen eben die einen Pflanzen besser durch, dann wieder die anderen…
    Liebste rostrosige Grüße, Traude
    PS: Deine Blumen-im-Schnee-Fotos gefallen mir heute ganz besonders gut!

    AntwortenLöschen
  17. Liebe Kathrin,
    danke für diese interessante Buchvorstellung. Der Klimawandel ist natürlich ein Thema, das beim Gärtnern nicht außer Acht bleiben darf. Und das Wetter zeigt sich in diesem Jahr besonders wechselhaft und unberechenbar. Meine Pflanzen hatten leider auch nicht genug Möglichkeit, sich an Sonne und Wind zu gewöhnen (obwohl sie immer wieder draußen waren)... und so haben nun einige Pflanzen einen Sonnenbrand :-( Aber ich hoffe, dass sie trotzdem stark genug sind, um weiter zu wachsen.
    LG Marie

    AntwortenLöschen
  18. Liebe Kathrin,

    Sehr interessant deine Buchvorstellung! Wir haben leider so schlechte, absolut nährsoffarme Erde,das ich froh bin das überhaupt was wächst. Tja, das Leben ist Veränderung. Da werden wir uns wohl oder übel anpassen müssen.

    Liebe Grüße aus Berlin
    Doreen

    AntwortenLöschen